12.06. bis 25.07.2026 - Von Calais über den Wild Atlantic Way bis in die Berge von Wales
Die Idee: Einmal Irland rund - mit unserem neuen Familienmitglied Albert, einem riesigen Labrador. Von Rosslare an der Ostküste über Mizen Head im äußersten Westen, die Kerry Cliffs, Dingle, Achill Island, Nordirland mit Giant's Causeway bis nach Wales. 6 Wochen, 5 Länder, 1 Batterie-Panne und unzählige Klippen.
Das Abenteuer beginnt in Hildesheim - mit Papieren für Albert
Tag 1 startet nicht mit Meerblick, sondern beim Tierarzt. Papiere für Irland-Einreise für Albert. Um 11 Uhr geht es los. Erster Stopp: Ein kostenloser Wohnmobilparkplatz an einem kleinen See in Hildesheim. Albert liebt seinen ersten See-Spaziergang, wir den Wiener Wald um die Ecke. Nach fast 12 Stunden Schlaf bin ich wieder fit.
Über Oberhausen (Park mit See und Currywurst) geht es nach Escalle in Frankreich. Ein Platz auf einem Hügel mit Blick auf den Ärmelkanal und die Küste Englands. 16€ pro Nacht inkl. Dusche - wir buchen direkt 2 Nächte für die Rückfahrt am 22.7. Albert nimmt sein erstes halbes Bad im Atlantik.
04:00 Uhr aufstehen - Mit LeShuttle 40 Meter unter dem Meer
Um 5 Uhr klingelt der Wecker, um 6:20 Uhr müssen wir am Terminal von LeShuttle sein. Hunde-Rezeption, Papiere vorzeigen, Chip kontrollieren. Der Zoll hat ein Einsehen - unser gefrorenes Fleisch darf bleiben. 35 Minuten in der Röhre, für mich mit Klaustrophobie eine Herausforderung. Dann: Linksverkehr! Roli fährt als wäre er halber Schotte, 540 km bis Fishguard in Wales. Unser Platz 10 Minuten vom Fährterminal - idyllisch, ruhig, perfekt für die Nacht vor Irland.
Der Schock in Fishguard - Albert muss ins Auto
StenaLine wirbt damit, dass Hunde mit Maulkorb an Bord dürfen. Was sie nicht schreiben: Nicht auf jeder Fähre. Unsere gehört nicht dazu. Entweder Zwinger oder Auto. Wir entscheiden uns fürs Auto - das kennt er. 3 Stunden banges Warten. Als wir runter dürfen: Albert freut sich wie wild, hat einfach geschlafen. Nichts kaputt. Ein toller Hund.
Ankunft Rosslare. Es schüttet wie aus Eimern. Ein Platz 5 Gehminuten zum Strand, Rezeption unbesetzt, Zettel: Such dir einen Pitch. Erster langer Strandspaziergang mit Albert.
Ardmore - Der erste Traumplatz direkt am Meer
17.06. Fahrt nach Ardmore. Große Wiese, Stellplätze direkt am Meer, ohne Versorgung - brauchen wir nicht. Bei strahlendem Sonnenschein bekommen wir erste Reihe. Albert rennt frei am Strand wie verrückt. Dann Ardmore Cliff Walk - 7 km mit An- und Abstiegen. Möwen, Kormorane, Basstölpel auf den Klippen. Ich bin müde, aber stolz.
18.06. Regen und Nebel. Trotzdem nach Ballycotton - der noch schönere Cliff Walk. Starker Wind, Meer kracht schäumend an die Felsen. Besser geht nicht. Stellplatz Midleton vor Destillerie ist voll und eng. Also weiter nach Cobh - kostenlose Stellplätze direkt am Hafen, Wasser, Entsorgung. Queen Anne ankert gerade. Erster irischer Pub, Guinness, Live Musik. Überall Hundeliebe - alle sind von Albert begeistert. So viel haben wir noch nirgends erlebt.
Mizen Head - Auf der Klippe mit Blick ins Nichts
Wir wollen an die äußerste Westküste. Letzte Stunde über abenteuerliche, schmale Straßen, Luft anhalten bei LKW, einmal Spiegelkontakt. Dann: Ein Stellplatz direkt auf der Klippe, vor uns nur noch das Meer. 20 Grad, strahlender Sonnenschein. Spaziergang hoch und runter über Treppen - ich schnaufe, aber die Ausblicke! Abends Drohnenflug von Roli. Albert ist nachhaltig zerstört, verschläft sogar sein Abendessen.
Sonntagmorgen, Klippe, Batterie tot
21.06. Wir wollen los - Auto springt nicht an. Völlig leere Batterie. Sonntagmorgen, idyllisch auf Klippe, keine Idee. Nachbar hat einen Batterie-Booster - ein Gerät, das man an die Batterie unterhalb des Radios anschließt. Auto springt an. So ein Teil kaufen wir! 2 Stunden fahren zum Laden, damit Batterie lädt. Wild Atlantic Way durch traumhafte Landschaften, keine Fotostopps wegen Batterie. 25 km vor Kerry Cliffs geben wir auf, Campingplatz anfahren.
22.06. Wieder nicht angesprungen. Diesmal hilft auch Booster nicht. Mit Ladegerät, Adapter, Booster springt es an. Werkstatt im nächsten Dorf: Batterie hat ihr Leben ausgehaucht. Haben sie auf Lager. Alte raus, neue rein, Albert muss nicht mal das Auto verlassen. Wir sind überglücklich und fahren doch noch zu den Kerry Cliffs. Platz oben auf der Klippe, andere Besucher müssen um 18:30 gehen, wir dürfen bleiben. Abends grillen, Wein, Sonnenuntergang mit lila Himmel. Alles hat sich zum Guten gewendet.
Kerry Cliffs bis Dingle - Frühstück allein auf der Klippe
23.06. Frühstück allein auf der Klippe - ein Traum. Weiter über Wild Atlantic Way, 1000 Grüntöne, Wasser, Berge. Dingle - Platz direkt beim Pub. Rustikal, aber alles da. Pub hat wegen Personalproblemen zu, aber 5 Minuten entfernt ein Pub nach dem anderen. Live Musik überall, für Albert etwas zu laut und eng. Erstes Irish Stew mit Guinness.
Kilkee & Cliffs of Moher - Zu viele Menschen
24.06. Wir dachten, Kilkee liegt in Kerry - liegt aber auf Achill Island, also Fähre. Parkplatz direkt oben auf den Klippen, 100 Meter hohe Klippen, Angler stehen am Abgrund. Roli liegt auf dem Boden für Fotos, Drohne fliegt. Abends 2 frisch gefangene Makrelen von jungen Iren geschenkt fürs Abendessen.
25.06. Übernachtung allein auf Klippe - etwas Angst, aber zusätzliche Schlösser und Albert geben Sicherheit. Weiter zu den Cliffs of Moher. Campingplatz Doolin für 2 Nächte. 30 Grad, unerträglich heiß. Cliffs of Moher: Unendliche Menschenmengen in langen Schlangen. Wir hatten so wunderschöne Cliffs allein - wir türmen sofort wieder. Nachmittag im Schatten, Albert wässern, Gewitter mit Abkühlung.
Connemara & Burren - Karst, Moore und Schafswarnung
26.-27.06. Burren Karstlandschaft - spektakulär, mystisch bei Regen. Parkplatz an Wanderweg in Hochmoor, nur 2-3 Wohnmobile dürfen übernachten. Schild: Aktive Schafzucht, freilaufende Hunde werden sofort erschossen. Auf halber Strecke Sturm und Regen, nass zurück. Abends wackelt das Womo im Sturm.
28.06. Nachts hält PKW mit laufendem Motor - Albert bellt laut, sie fahren ab. Fahrt nach Doogort, Achill Island - 5 verschiedene Landschaften: Karst, Berge, Meer, Fjorde, Schafe auf Straße. Traumstrand, hufeisenförmige Bucht, kaum Menschen, Albert tobt frei. Windig, Wellen gigantisch, Baden verboten. 2 Fasssaunen am Strand: Sauna - eiskalter Atlantik - Sauna. Wir verlängern.
Sliabh Liagh - Zweithöchste Klippe Europas
30.06. Platz am Sliabh Liagh, zweithöchste Klippe Europas. Einfacher, sauberer Platz, Shuttle-Bus 3 km Serpentinen hoch - hätten wir nie mit Womo geschafft. Ausblick grandios. Abends Pub 5 Minuten entfernt, Lammkeule super zart, Knochen für Albert, Irish Stew für mich um Klassen besser als in Dingle.
Grenze nach Nordirland - Euros gelten nicht mehr
01.07. Fahrt nach Bushmills, Nordirland. Grenze merken wir kaum, plötzlich außerhalb EU. Erster Platz schrecklich, kein Mensch da. Zweiter Versuch: Farm mit 6 Stellplätzen, freilaufende Hühner, frische Eier. Bus vor Haustür zum Giant's Causeway. Barzahlung - wir zücken Euro, brauchen Pfund. Dusche geht nicht, Automat nur Sterling. Nachts fürchterlicher Sturm, Womo wackelt, knarzt.
02.07. Bus mit Albert - lernt ÖPNV kennen. Giant's Causeway: Lange Strecke runter, Bus mit Tagesticket nutzen. Anblick überwältigend, raues Meer kracht in Bucht. Roli klettert mit 2 Kameras zwischen Basaltsäulen. Ich genieße Sturm und Wellen in vorderster Reihe.
03.07. Dunluce Castle - halb zerfallen auf Klippenspitze, malerisch. Mit Hund keine Innenbesichtigung. Aussichtspunkt 200 Meter hohe Klippe - besser für Fotografen.
Dark Hedges & Glenariff - Game of Thrones Allee
04.07. Dark Hedges - uralte Bäume, bekannt aus Game of Thrones. Viele Touristen, aber besonders. Dann Glenariff Forest Park, tiefes Tal in Antrim Bergen. Campingplatz im Nationalpark, 15 Minuten zum Tea House. Anfahrt auf engen Serpentinen - wir verabschieden uns von Lack ohne Kratzer. Entweder Hecken oder Gegenverkehr - wir nehmen Hecken.
05.07. Wanderung zu Wasserfällen - 200 Höhenmeter runter und wieder hoch. Bei Diabetes eine Challenge. Gigantische Wasserfälle, uralte Bäume, Farne groß wie Bäume, wie im Urwald. Aufstieg schweißtreibend, oben erschöpft, glücklich, stolz. Abends erster Reissalat meines Lebens.
Belfast, Mourne Mountains & Wicklow Mountains
06.-07.07. Über Belfast, Lidl zum Auffüllen, am Meer entlang Ballyhalbert, Burr Point - östlichster Punkt Irlands. Albert lernt schwimmen, Picknick am Meer. Unfreiwillig auf Fähre nach Strangford. Mourne Coastal Road - enge Ministraße, Luft anhalten bei Gegenverkehr. Kilbroney Park bei bestem Wetter, schräger Platz unter großen Bäumen. Abendrot, Rotwein, Grillen bis 22:30.
08.07. 6 km Wanderung mit 200 Höhenmetern durch Wald mit Meerblick. Letzter steiler Anstieg über Wurzeln und Steine durch Wasser - Roli muss mich fast tragen. Oben angekommen, unten kühles Bier, heiße Dusche, Muskelkater, sehr stolz.
09.07. Über Dublin in Wicklow Mountains. Endlos hoch in einsame Berge, dann steil runter. Parkplatz am Lough Tai, im Volksmund Guinness See wegen Färbung - atemberaubend. Eigener Platz voll, also weiter nach Roundwood, kleiner Campingplatz mit freiem Platz, Pub 10 Minuten mit fantastischem Essen, Albert bekommt Leckerlis.
Rosslare & zurück nach Wales
10.07. Rosslare wie bei Ankunft, aber heute Sommerwetter, Strandtag, Füße im Wasser, Sonnenbrand in Irland!
11.07. Fähre Fishguard, 2 freundliche Zollbeamte filzen uns - jede Schranktür auf, sehr freundlich, etwas peinlich. Wales, Fahrt nach New Quay, Aldi für Vorräte. Penrhyn Farm: Schotterweg, Zufahrt neben Güllegrube, zerfallene Scheunen - gruselig. Roli findet Menschen: Noch weiter Berg hoch, rechts, On Top mit Blick aufs Meer und direktem Einstieg in Cliff Walk. Traumhaft, wären fast umgedreht.
12.07. Nachts heftiger Sturm, 4:20 Uhr Markise einholen. Tags Sturmböen bei 30 Grad. Roli und Albert machen Cliff Walk, ich klinke mich wegen Knie aus, lese in Sonne. Abends Delphine im Meer, Grillen mit weitem Meerblick.
Llanmadoc - Sylt-Feeling in Wales
13.07. Llanmadoc Farm - letzte 10 km so schmal, jetzt auch rechts Kratzer und Dellen. 2-3 Plätze für Wohnmobile, 10 Dauercamper, richtig Wildnis. 15 Minuten über Farmland zu Traumstrand, riesig, Dünen wie Sylt, kaum Menschen. Albert frei, Watt und Wasser, wir im Atlantik. Abends nur Schwalben zu hören.
14.07. Mein Geburtstag! Minikuchen Frühstück. Mittags ins Dorf, Pub finden, sehr heiß, stetig bergauf, dann sehr steil bergab - Knie! Fantastisches Essen, selten so gut, Eisnachtisch Erdbeere und salted Caramel. Abends Schampus und Chips. Toller Geburtstag.
Snowdonia & Brecon Beacons - 25% Steigung
15.-18.07. Quer durch Wales nach Snowdonia - 4 Stunden Kurven, bergauf, bergab, rückwärts am Berg bei Gegenverkehr. Roli hat Spaß, ich halte Luft an. Paradies: Berge rundherum, große Wiese, Gebirgsbach davor. Dampfeisenbahn nach Bala - Kleinod, Kohle auffüllen, ölen mit Ölkännchen, Schaffner wie aus Anna Karenina, weißer Rauschebart, Trillerpfeife, kleine Flagge. Fahrt durch uralte Wälder am See entlang. Bala belanglos, aber See wunderschön.
19.07. Brecon Beacons - Strecke schlägt alles. Einmal klappen beide Spiegel ein. Straße so eng, hoffen dass kein verrückter Trecker kommt. Schild: 25% Steigung - Auto quält sich. Nach 3 Stunden in Brecon klinisch tot.
20.07. Bus dreiviertel Stunde zum höchsten Berg, Roli und Albert marschieren, 500 Höhenmeter, sehr heiß, keine Bäume. Nach 5 Stunden völlig fertig zurück, Albert direkt zum Bach zum Abkühlen.
21.07. Letzter Tag Wales. Bus nach Brecon, 40 Minuten warten, einer ausgefallen, Zeit mit kommunikativen Engländern überbrücken. Städtchen eine Baustelle, laut und staubig, aber Café im Hinterhof schattig und leise. Kathedrale geschlossen. Heimweg.







