Wohnmobiltouren und Reiseberichte

Wir sind viel unterwegs, haben viel erlebt, wundervolle Eindrücke gesammelt und viele ganz besondere Orte und Locations besuchen können. Die Reiseberichte beschreiben auch die Touren selbst, aber hauptsächlich unsere persönlichen Eindrücke und subjektiven Erfahrungen.

Und das wollen wir gerne mit Euch teilen. Die Reiseberichte findet Ihr unten und im Menü unter "unsere Touren"

 

 


Wohnmobiltour England Wales

 Tour durch Südengland und Wales 2025

Womotour Großbritannien   25.05 bis 27.06.2025

25.05.  Nach einem 2-tägigen Zwischenstopp in Biberach zum Geburtstag von Rolands Mutter sind wir heute Morgen in aller Frühe losgefahren in Richtung Calais. Es liegen 850 Km vor uns, die Fähre nach Dover geht morgen gegen 11 Uhr, also haben wir einen Zeitpuffer für unvorhergesehenes. Wir durchqueren Deutschland, Luxemburg und Belgien und landen nach gut 10 Stunden in Frankreich in Calais. Alles ist soweit perfekt gelaufen. Dann bekommen wir es nicht hin, die elektronisch Schranke zu einem Stellplatz zu knacken, die Rezeption des angrenzenden Campingplatzes ist bereits geschlossen. Wir finden tatsächlich einen großen Parkplatz, der von der Stadt für Übernachtungen vorgesehen ist, kostenlos aber ohne Service. Dummerweise fehlt uns Wasser im Womo, Anfängerfehler. Roli marschiert nochmal los, Wasser besorgen, dann werden wir sicherlich einen Wein köpfen und bei heftigem Sturm und wackelndem Womo die Nacht zu verbringen. Morgen geht es dann hoffentlich auf die Fähre, mal sehen, was der Sturm so treibt.

26.05.  Wir haben erstaunlich gut geschlafen und den Wassermangel lebend überstanden. Roli hatte kein Wasser gefunden, also mehr Wein trinken. Wir haben in einer fantastischen Bäckerei Croissant und Kaffee gefrühstückt, dann zu Aldi, um ne Menge Trinkwasser einzukaufen. Die Fähre hat pünktlich abgelegt. Da sich der Sturm noch nicht wirklich gelegt hatte, hat es heftig geschaukelt. Auf dem Außendeck (Deck 9) war es ziemlich nass, da die Gischt bis da hoch kam. Die Anfahrt auf die Kreidefelsen von Dover war spektakulär, nass und stürmisch. Die Sonnenstrahlen haben durch die hoch sprühende Gischt immer wieder Regenbogen ins Meer gemalt. Die ersten 2 Km Linksverkehr waren sehr aufregend, dann ging es erstaunlich gut. Das Einchecken bei unserem Platz in Folkstone war sehr langwierig mit einmal umparken, da der Platz doch schon vergeben war. Dann mussten wir aber nur 5 Minuten Fußweg schaffen zu einem kleinen englischen Pub. Lagerbier vom Fass, Fisch and Chips und Livemusik, nachmittags um 15 Uhr an einem Montag, sehr cool.

27.05.   Nach einem kurzen Schlaf von 10 Stunden, nach dem Frühstück wieder losgefahren. Erster Stop: Canterbury. Wir wollten die Kathedrale besichtigen. Wir haben einen wunderbaren Parkplatz am Rande der Altstadt gefunden. Ca. 20 Minuten Fußmarsch an einem Fluss entlang und durch eine wahrhaft mittelalterliche Stadt, erreichen wir die Kathedrale. Der sehr hohe Eintrittspreis (19 englische Pfund pro Person) hat sich wirklich gelohnt. Wir haben noch nie ein so großes Kirchenschiff gesehen. Roli war im Fotografenhimmel. Wir haben dann noch einen tollen kleinen Pub gefunden, gegessen und Tee getrunken und uns auf den Rückweg zum Auto gemacht. Der Rückweg wurde durch echtes englisches Wetter versüßt, ein Landregen, kombiniert mit Wind. Wir haben uns dann auf den Weg nach Cambridge gemacht. An London vorbei gab es ein sehr hohes Verkehrsaufkommen, ein wenig Stau und heftiger Regen. Roli hat das alles trotz Linksverkehr super gemeistert. Kurz nach 16 Uhr haben wir dann unseren Platz in einem Außenbezirk von Cambridge erreicht. Traumhaft, mitten in einem Naturschutzgebiet mit ganz viel Platz für jeden einzelnen. Noch einen Spaziergang unternommen, um die Bushaltestelle zu finden, um morgen nach Cambridge reinzufahren. Wir haben einen Supermarkt gefunden, ein wenig eingekauft. Roli hat dann tolle Sandwiche gemacht und der Tag war rund. Morgen geht’s auf, Gelehrtenluft schnuppern.

28.05.  Bereits kurz nach 9 Uhr morgens sitzen wir im Bus, um in die Altstadt von Cambridge zu fahren. Im Altstadtzentrum wird man sofort erschlagen von den ganzen mächtigen, hunderte Jahre alte Bauten. Jedes College hat seine eigene Kapelle, alle sind ursprünglich wie Klöster aufgebaut. Die Colleges selbst können wir nur von außen besichtigen, da gerade Examen geschrieben werden. Der Innenhof und die Kapelle vom Kings College, dem größten und mächtigsten, ist geöffnet. Schon das Laufen im Innenhof an all den Gebäuden vorbei ist mehr als beeindruckend. Die Kapelle ist vermutlich größer als die Kathedrale in Canterbury und viel prunkvoller. Wir sind mindestens 1 Stunde in der Chapel, Roli fotografiert, was das Zeug hält. Am frühen Abend soll in der Kapelle noch das allabendlich stattfindende Singen des Knabenchores zu besuchen sein. Wir entscheiden, dass wir da zum Ende unseres Ausfluges hingehen. Auch das Trinity-College können wir nur von außen besichtigen, dort gibt es aber einen Weg zum Fluss Cam, der Anblick ist fast kitschig. Der Fluss mäandert durch einen zauberhaften Park, alle 50 Meter eine geschwungene Marmorbrücke über dem Fluss. Man kann aber nur einige wenige betreten, die meisten sind direkt mit den Außenbereichen der Colleges verbunden, für Normalsterbliche nicht zugängig. Nach einem Mittagessen und diversen Tassen Tee sehen wir noch das St. Katherines College, das Queens College und das Corpus Christi College. Letzteres ist im 14. Jahrhundert von Bürgern für Bürger gegründet worden, uns hat es am besten gefallen. Nachdem wir 6 Stunden durch diese tolle Stadt marschiert sind, entscheide ich, auf den Knabenchor zu verzichten. Das hätte noch einmal 1 Stunde laufen und anstehen für den Einlass bedeutet. Ich bin kaputt gespielt und schaffe das nicht mehr. Der Marsch für den Rückweg reicht mir aus. Morgen fahren wir an die Nordseeküste, ein wenig entspannen.

29.05.    Eine ca. 2stündige Fahrt bringt uns nach Lowestoft, einem kleinen Ort an der Nordsee an der Ostküste von England. Offensichtlich haben wir hier ein Kleinod gefunden. Der Platz liegt wenige Gehminuten von der Nordseeküste entfernt. Wir haben spitzenmäßiges Nordseewetter, Sonne und Wind mit Sturmböen. Zum Mittag haben wir einen Pub geentert, wunderbar gegessen und 2 kleine Bier (ich) und zwei große Bier (Roli) getrunken. Dann einen kleinen Supermarkt geentert, da wir dringend Brot und Milch brauchen. Anschließend runter zum Strand. Es gab Sturm und entsprechend hohe Wellen, grandios. Roli hat Hose und Socken ausgezogen um seine Füße zu wässern, anschließend war der halbe Roli nass. Nach einigen Stunden am Wasser sind wir nochmal in den Pub, ein kleines und 2 große Bier trinken, dann zum Womo, in der Sonne gesessen, Abendessen und realisieren, dass es ein fantastischer Tag war.

30.05.     Wir sind bei allerbestem Wetter aufgewacht, blauer Himmel, strahlende Sonne, 22 Grad. Nach dem Duschen direkt in Sonnencreme gebadet. Wir haben das erste Mal draußen gefrühstückt, anschließend in der Sonne gesessen und gelesen. Gegen 12 Uhr sind wir aufgebrochen zu unserem nächsten Ziel an der Nordseeküste. Nach ca. 2-stündiger Fahrt haben wir den für 2 Tage vorgebuchten Platz in Great Yarmouth erreicht. Wir sind ziemlich entsetzt. Der Platz liegt zwischen einer Pferderennbahn und einem Golfplatz, kein Baum, keine Blüte, vertrocknetes Gras. Zwar nur 5 Minuten Fußweg zur Promenade, dann aber locker einen Kilometer bis zur Wasserkante durch vertrocknetes Gras. Wir marschieren erstmal in die andere Richtung und haben ein ziemlich gutes Mittagessen in einem Pub, flankiert von einem Bier. Wir entscheiden beide, dass wir hier nicht bleiben wollen. Seit unserer Schottlandreise sind wir Mitglied im Caravan and Motorhome Club, über die wir die meisten Plätze gebucht haben. Bislang war alles super. Mithilfe der wirklich ausgesprochen freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter der Rezeption, können wir auf einen anderen Platz umbuchen und werden morgen Richtung Nottingham weiterfahren.

31.05.   Gleich nach dem Frühstück sind wir weiter gefahren Richtung Nottingham. Um 13 Uhr haben wir einen Traumplatz im Wald in der Nähe von Peterborough mit viel grün, hohen Bäumen und viel Platz für jeden einzelnen erreicht. Der Platz heißt Ferry Meadows wie das Erholungsgebiet. Wahnsinnig viel Platz zum Spazieren, Spielen, Chillen, in der Mitte ein See mit Bootstouren, mehrere Cafés, Plätze zum öffentlichen Grillen, viel Musik etc. Nach dem Schock von gestern eine wahre Wohltat. Wir marschieren ca. 2 Stunden durch diesen tollen Park (bei allerbestem Sommerwetter), sehen Enten, Gänse, Schwäne, Eichhörnchen und einen sehr schönen Reiher. Nach dem Abendessen setze ich mich mit einem Buch vor das Womo, Roli marschiert mit Kamera nochmal los, in der Hoffnung, den Reiher noch einmal zu sehen. Sehr glücklich kommt er wieder, das Tier hat ihm den Gefallen getan und für vermutlich 1000 Fotos Modell gestanden, incl. Fisch fangen. Es war ein sehr gelungener Tag. Morgen geht es dann weiter in die Wälder hinein.

01.06.   Wir sind relativ früh aufgebrochen mit dem Ziel Peak Distrikt. Auf dem Weg dahin haben wir Halt gemacht in Worksop, zunächst, um in einem großen Supermarkt die Vorräte aufzustocken. Wichtiger war uns aber die Lime Tree Avenue, die längste Lindenallee Europas, 2 Meilen lang, 1296 Linden. Der Anblick war grandioser, als wir es uns haben träumen lassen. 4 Reihen von 150 Jahre alten Bäumen, dazwischen eine Straße und 2 Spazierwegen. Ab und an schimmerte ein wenig Sonnenlicht durch diese Wahnsinnsbäume. Müßig zu erwähnen, dass Roli im Fotografenhimmel war. Nach einem längeren Spaziergang mit vielen Fotos ist Roli nochmal alleine los, um Schwarzweißfotos zu machen. Der weitere Weg zu unserem Zielort Castleton war mehr als abenteuerlich, kleine schmale Straßen, Kurven, Berge, Gefälle, alles, was das Herz begehrt. Einmal haben wir uns verfahren und mussten über etwas fahren, was den Namen Straße nicht unbedingt verdient. Die Landschaft allerdings war zauberhaft schön. Ich habe am Waldrand einen Hirsch gesehen, war fast überirdisch. Wir haben einen wunderschönen, kleinen Platz mitten im Wald erreicht. Als wir ankamen, regnete es in Strömen, hat sich aber schnell wieder gelegt. Roli ist nochmal los zu einer ersten Wandererkundung, hat zauberhafte Bilder geschickt und war sichtlich beeindruckt. Morgen werden wir gemeinsam wandern und das kleine Dorf in der Nähe erkunden. Vielleicht gibt’s ja wieder einen tollen Pub.

02.06.   Gleich nach dem Frühstück sind wir aufgebrochen, mit Rucksack und Wanderstöcken, zunächst ins nahegelegene Dorf Castleton, dann eine echte Bergwanderung auf den Winnats Pass. Ich traue mir eine solche Wanderung mittlerweile zu und wenn es nicht klappt, kann ich ja umdrehen. Gestern habe ich nur die Fotos von Roli gesehen, heute nun das Erlebnis in echt. Dieses Dorf wirkt wie aus der Zeit gefallen, zum Teil Häuser aus dem 18. Jahrhundert, die noch bewohnt oder bewirtschaftet werden. Raus aus dem Dorf öffnet sich der Blick auf die grünen, sehr weich gezeichneten Berge, ein wenig wie im Teletubby Land. Links und rechts der Straße große Felder mit Schafen und Lämmern, unterteilt durch Steinmauern, wie wir sie schon aus Schottland kennen. Nach ca. 1 Stunde haben wir einen ersten Punkt erreicht, an dem es eine Bank und einen Kaffee gibt, also machen wir Pause. Weiter geht es ziemlich stark bergauf, teils über Geröll. Bis zum Aussichtspunkt habe ich es geschafft, die letzten 3 Kurven bis zum Pass dann nicht mehr. Trotzdem war ich sehr stolz. Runter war es dann ein wenig beschwerlich, weil es sehr auf die Knie geht. Im Dorf angekommen, haben wir einen tollen Pub geentert, Bier und Essen geordert. Bis zurück zum Womo bin ich ca. 7 Km gelaufen, die Hälfte bergauf. Mein ganzes Training hat sich also gelohnt. Roli hatte aber noch Hummeln im Hintern und ist nochmal los, kam nach knapp 3 Stunden ziemlich fertig wieder an. Von ihm kam dann die Idee, dass wir morgen eine Bustour unternehmen, das gab es auch noch nie.

03.06.  In der Nacht und am Morgen hat es heftig geregnet. Wir sind beide mit ziemlich schweren Beinen aufgestanden nach dem Gewaltmarsch von gestern. Wir hatten ja gestern schon entschieden, mit dem Sightseeing Bus durch das Hope Tal zu fahren und an einigen Stellen auszusteigen und ein wenig zu wandern. Die Motivation aus den Jogginghosen raus und Jeans, Jacke und Rucksack zu nehmen, viel sehr schwer. Wir sind dann aber los. Für Roli war es von Beginn an eine besondere Erfahrung, er konnte einfach in die Landschaft blicken, während er sonst immer auf die Straße, den Linksverkehr und den Gegenverkehr achten muss. Wir sind dann in der Nähe der Stadt Grindleford ausgestiegen, um nach Padley Gorge zu marschieren. Bergab in ein tiefes Tal mit Wasserfall und einigen traumhaften alten Cottages in einem privaten Park. Auf dem Weg dorthin haben wir die Padley railwaystation passiert, ein uraltes Gemäuer mit Fahrkartenverkauf und Biergarten. Das wird bestimmt noch mit Holzöfen beheizt. Nach einer Stunde haben wir den Berg wieder erklommen und sind in den folgenden Bus gestiegen, der uns bis nach Nether End gebracht hat. Wir sind, um besser sehen zu können, ins Oberdeck des Busses gestiegen, hier in den offenen Teil ohne Dach. Das war mal ne Erfahrung. Teilweise war soviel Wind, dass ich dachte, ich kann nicht mehr atmen. Meine Haare sind festgewachsen, das ist gut aber der anschließende Struwelpeterlook ist weniger gut. In Nether End haben wir einen Spazierfang gemacht, ich war aber froh, dass der Bus zurück schon in 30 Minuten ging. Meine Beine wollten die Mitarbeit einstellen. Zurück in Castleton sind wir in den uralten Pub von 1748 und haben sehr gut gegessen. Da es auch noch Bier gab, bin ich zurück im Womo gegen 15.30 ins Bett gefallen und habe bis kurz nach 18 Uhr geschlafen. Roli hat es mir gleichgetan. Fazit: Peak Distrikt ist definitiv eine Reise wert. Morgen geht es weiter.

04.06.   Kurz nach neun Uhr sind wir schon losgefahren Richtung Troutback im Lake Distrikt, ca. 60 Km vor der schottischen Grenze. Die Anfahrt beginnt spektakulär. Vorgestern sind wir zum Minnats Pass gewandert, eine ziemlich enge Durchfahrt durch eine tolle Schlucht. Heute sollen wir mit unserem großen Auto da durch. Die Einfahrt in die Passstraße ist durch ein cattle grit von ca. 3.40 Meter breite reglementiert. Unser Auto ist mit Spiegeln 3,20 Meter breit, das war schon ziemlich tricki. In einer scharfen Kurve kam uns ein LKW entgegen, anhalten und mit Handbremse am Berg wieder anfahren. Am Ende der ca. 3 Km langen Durchfahrt eine Kurve von ca. 270 Grad, da musste Roli ziemlich kurbeln. Wir freuten uns, dass wir den schwierigen Teil überstanden haben. Dann kam eine traumhaft schöne uralte Brücke, die sich in einem schönen Bogen über die Straße spannt. Wir sollten da durch. Das Problem war, dass die Brücke an den Seiten eine Höhe von 2,60 Meter hat, 30 cm zu wenig für unser Auto. Anhalten, alle Schilder studieren. In der Mitte reicht die Höhe, also fahren wir mittig über alle Spuren als Verkehrshindernis unter dieser Brücke durch. Danach wurde es aber immer schöner. Traumhafte Ausblicke auf ein Bergpanorama, eine Autobahnraststätte mit Sterneküche und angeschlossenem Farmermarkt. Wir konnten also nochmal richtig frische Lebensmittel shoppen. Gegen 14 Uhr erreichen wir unseren Platz in einer absoluten Wildnis, direkt vor unserem Womo ein kleiner Fluss, Blick auf die Berge, ein Traum. Leider fängt es kurz nach unserer Ankunft an zu schütten wie aus Eimern. Roli marschiert trotzdem noch mal los und freut sich sehr, als er ins warme Womo zurückkehrt. Angeblich soll das Wetter morgen besser werden, wenn das stimmt, werden wir eine Radtour unternehmen.

05.06.   Das mit dem guten Wetter für heute hat leider nicht wirklich gut geklappt. Es regnet die Nacht durch, Frühstück ist auch besser im Womo. Zu allem Überfluss habe ich ganz schlecht geschlafen, ich bin ziemlich gerädert. Also beschließe ich in Anbetracht des Wetters, mich nach dem Frühstück nochmal ins Bett zu legen und den restlichen Tag mit Lesen und später Kochen zu verbringen. Roli marschiert gegen 11 Uhr los, es regnet nicht mehr dauernd, Regen und Trockenphasen wechseln sich ab. Nach 3 Stunden Marsch kommt Roli nass und hungrig, aber glücklich wieder an. Er ist begeistert und sagt Lake Distrikt ist noch beeindruckender als Peak Distrikt. Gegen Abend reißt der Himmel auf, es ist kurzzeitig sonnig und sofort wunderschön. Dunkle Wolken schieben sich aber sehr schnell wieder vor die Sonne. Roli bricht noch einmal mit Kamera auf. Er hat die Hoffnung, dass sich die Wolken verziehen und er auf dem Berg einen Sonnenuntergang bewundern kann. Ich wünsche viel Glück und bleibe mit Buch im Womo.

06.06.   Es wurde gestern tatsächlich noch sonnig, das mit dem Sonnenuntergang hat aber trotzdem nicht geklappt. In der Nacht hat es wieder heftig geregnet. Gegen Mittag riss der Himmel auf und die Sonne kam durch. Für eine große Radtour fühlte ich mich noch nicht gut genug. Ich bin dann mit Roli zu Fuß los auf den Berg. Er hat Recht, wenn man in die Wälder kommt, ist es atemberaubend. Mitten im Wald fast auf der Bergkuppe, stand dann ein Rehbock und schaute in die Kamera. Der ließ sich überhaupt nicht stören, sah aus, als genieße er das Fotoshooting. Ich bin dann irgendwann zurück, Roli ist weiter marschiert. Den ganzen Weg zurück war ich völlig alleine, keine Menschenseele sonst unterwegs. Roli kam 3 Stunden später etwas erschöpft aber glücklich zurück. Direkt vor unserem Womo versammelte sich eine Pferdeherde, die in gestrecktem Galopp ankamen, war ein ganz toller Anblick. Einige Leute hatten uns gesagt, das Lake Distrikt sei noch faszinierender als das Peak Distrikt. Sie haben Recht. Morgen geht es aber weiter nach Wales.

07.06.    5 Stunden Autofahrt plus eine Pause. Es hat die ganze Zeit geregnet bzw. geschüttet, wie aus Eimern. Unseren wirklich idyllischen Campingplatz in Südwales in der Nähe von Abergavenny erlebten wir im Regen. Als Roli alles aufgebaut hatte, hörte der Regen auf. Wir haben ne Weile aus dem Fenster geschaut, dann überlegt, dass nach einer so langen Autofahrt ein paar Schritte in der Natur nicht schaden können. In relativer Nähe in 2,1 Km ist der älteste Pub von Wales, The Skirred Inn. Wir beschließen dahin zu wandern, da wir eh noch Abendessen brauchen. Wir haben keine Lust, an der Hauptstr. zu laufen und nehmen einen Nebenweg, der etwas länger ist, dafür aber durch Natur und Berge führt. Der Weg war wunderschön, aber mit einer Menge heftiger Steigungen ausgestattet. Wir sind 40 Minuten gelaufen, ich war rechtschaffen erledigt. Es hat sich aber gelohnt, der Pub war wirklich uralt, erste Bautätigkeit aus dem 12. Jahrhundert. Das Essen und das Bier waren sehr gut. Im Pub war eine lautstarke Party von einigen jungen Männern. Die waren sehr betrunken und sehr lustig. Nach Hause abgeholt wurden sie von einer Frau, die einen Kleinbus zum Kindertransport fuhr. Das erschien uns als angemessen. Zurück haben wir doch die Straße genommen, war ganz gut und ca. 1 Km kürzer. Müde und bierbeseelt ins Bett gefallen.

08.06.   Heute Morgen schien die Sonne, wir konnten draußen frühstücken. Wir haben dann noch ne ganze Weile draußen gesessen und die Sonne genossen. Gegen 11 Uhr hat Roli dann die Fahrräder vom Auto geholt. Er hat sich eine Radtour zu einer Klosterruine, die Llanthony Priory, ausgeguckt, ca, 25 Km mit moderaten Steigungen. Letztendlich waren es hin und zurück 30 Km, hat sich aber wirklich gelohnt. Die Ruine war mehr als beeindruckend, die Mauern 900 Jahre alt. Ganz in der Nähe haben wir einen kleinen Pub aus dem 16. Jahrhundert gefunden und ein kleines Mittagessen eingenommen. Ich war von der Hinfahrt schon etwas müde in den Beinen und machte mir ein wenig Sorgen, wie es mit der Rückfahrt wohl klappt. Das war dann aber ganz einfach. Wir hatten auf der Hinfahrt nicht wirklich realisiert, dass wir fast nur bergauf gefahren waren. Zurück gab es drei heftige Anstiege, ansonsten waren eher die Hände gefragt, um die Bremsen zu betätigen. Das war ein wunderschöner Ausflug, ich werde sicherlich sehr gut schlafen.

09.06.   Bereits beim Aufstehen merke ich, dass ich vom gestrigen Ausflug Ganzkörperaua habe. Roli hat also das große Los gezogen und kann einen Ganztageswanderausflug unternehmen. Ich bleibe derweil im Homeoffice, Lesen, Tee trinken und Wäsche waschen. Das Wetter ist überwiegend schön, ich bin den ganzen Tag draußen. Roli macht sich auf, das alte Kloster von gestern noch einmal zu besuchen, dieses Mal zu Fuß. Mit dem Rad gestern sind wir um den Berg rumgefahren und haben uns langsam hochgeschraubt. Der Fußweg geht direkt über den Berg, haben wir gestern schon gesehen Für mich sah das erschreckend aus. Roli hats trotzdem gewagt, er kam nach 6 Stunden ziemlich erledigt aber voll mit tollen Eindrücke und Bildern zurück. Ab morgen kommt dann das Kontrastprogramm, die Küsten von Devon, Cornwell und der Jurassic coast.

10.06.   Mit einigen Staus sind wir gut 5,5 Stunden unterwegs nach Woolacombe in Devon. Die letzten 10 Km mehr als abenteuerliche Straßen. Roli hat seinen Spaß, ich eher Angst um unser Womo. Wir haben wieder einen wunderschönen Platz in der Natur. Direkt am Platz geht ein Fahrradweg los. Ich bin müde, Roli hat wie immer Hummeln im Hintern. Er schnappt sich sein Fahrrad und will den entsprechenden Weg in die beiden kleinen Städte, Woolacombe und Ilfracombe erkunden. Die Hinfahrt war toll, immer schön bergab. Das Ganze muss dann aber auch wieder nach oben bewältigt werden. Mindestens eine halbe Stunde bergauf ohne Pause, für mich nicht zu machen. Wir beschließen also morgen den Bus zu nehmen um bei hoffentlich bestem Wetter den legendären Strand von Woolacombe zu besuchen.

11.06.   Nach einem knapp 15-minütigem Marsch erreichen wir die Bushaltestelle, lösen ein Tagesticket, wer weiß, was der Tag noch bringt. Kaum haben wir den Badeort erreicht, scheint die Sonne und hört damit bis 21 Uhr auch nicht mehr aus. Der Strand ist gigantisch schön, breit, super Wellen, eingerahmt von schroffen steilen Felsklippen. Jetzt in der Nebensaison auch noch ziemlich leer. Wir marschieren gut 1,5 Stunden auf dem Watt an der Wasserkante, auch mal mit den Füßen im Meer. Für mich fast heimatliche Gefühle. Wieder im Ort angekommen nehmen wir den Bus, um weiter nach Ilfracombe zu fahren. Der Bus fährt für eine ganze Weile an der Steilküste entlang, sightseeing im Linienbus. Die Straße ist so schmal, dass entgegenkommende Autos rückwärts bis zum nächsten Ausweichpunkt zurückmüssen. Die richtig guten Busfahrer gibt es offensichtlich in England. In der kleinen Hafenstadt angekommen, erklimmen wir einen wirklich steilen Berg und stehen dann hoch oben auf der Steilküste und blicken auf das Meer und wieder die zerklüfteten Steilküsten. Besser geht es nicht. Der Bus, der uns zurückbringen soll, ist leider ersatzlos ausgefallen, sodass wir 1,5 Stunden an der Bushaltestelle in der Sonne sitzen. Nicht so schön, aber es gibt schlimmeres. Ich bin rechtschaffen erledigt, Roli hat wieder einmal nicht genug. Er schultert seinen Fotorucksack in der Hoffnung auf einen Sonnenunterfang.

12.06.    In der Nacht fing es an zu regnen, morgens hat es dann geschüttet wie aus Eimern. Der Dauerregen hielt an bis ca. 16 Uhr. Also ein Tag zum Lesen und ab und zu durch den heftigen Regen laufen. Meine gut 20 Jahre alte Regenjacke hat den Praxistest nicht bestanden, da ist demnächst eine neue fällig. Ab 16 Uhr hörte der Regen auf, gegen 18 Uhr kam dann die Sonne raus, verrücktes englisches Wetter. Am späten Nachmittag bin ich zum Duschen gegangen. Alles normal, heißes Wasser, Shampoo auf den Kopf, einseifen. Ab dann kam nur noch eiskaltes Wasser, war mal ne besondere Erfahrung. Es gab ein Elektrik Problem, alle Boiler waren ausgefallen. Morgen machen wir uns wieder auf den Weg.

13.06.   Bei schönem Wetter sind wir morgens los Richtung Cornwell. Nach ca. einer Stunde Fahrt haben wir einen Zwischenstopp eingelegt, um das Dörfchen Clovelli zu besuchen. Das Dorf ist autofrei, es führt ein schmaler, sehr steiler Weg hinunter bis zum Hafen. Man fühlt sich sofort ins Mittelalter versetzt. Die Menschen, die dort leben, haben zum Transport von Einkäufen Holzschlitten, die auf Holzlatten über die abgeschliffenen Steine gezogen werden. Der Marsch runter war anstrengend für die Knie, beim Hochkraxeln bin ich ganz schön ins Schnaufen gekommen, habe es aber mit einigen Pausen und Rolis Hilfe geschafft. Im Visitor Center angekommen, gab es Kaffee und das erste Mal Scones mit Clotted Cream und Jam. Das war echt lecker. Nach weiteren 2,5 Stunden Fahrt haben wir unseren Platz auf der Trevedra Farm kurz vor Lands End erreicht. Der erste Eindruck war, ach du meine Güte, wirklich eine Farm mit Kühen und so weiter. Der zweite Eindruck: was für ein toller Platz. Blick auf den Atlantik, nach 10 Minuten Fußmarsch standen wir an der Steilküste in einer grandiosen Bucht. Das Meer ist so schön, dass es fast schon kitschig ist. Morgen werden wir die gesamte Bucht erkunden.

14.06.   Nach dem Frühstück sind wir losmarschiert, um diese Bucht und die nächste zu erkunden. Kurz hinter unserem Aussichtspunkt von gestern realisiere ich, dass ich den steilen Abstieg über ausgetretene Stufen runter zum Strand nicht schaffen werde. Wir marschieren zurück, suchen und finden einen Wanderweg über die Berge hinunter zur nächsten Bucht Sennen Beach. Der Marsch dauert 1,5 Stunden, ist im letzten Stück bergab mit einigen Treppen und sehr steilen Stücken etwas schwierig. Es ist die ganze Zeit sehr sonnig und teilweise bei Windstille sehr heiß. Die beiden Strandbuchten von oben zu sehen, ist atemberaubend schön, ein wenig Südseefeeling. Türkisblaues Meer, hohe Wellen und jede Menge Surfer, trotz einer Wassertemperatur von 14 Grad. Unten angekommen finden wir einen Pub zum Mittagessen und ich finde eine Bushaltestelle. Ein Bus bringt mich zurück in die Nähe unseres Platzes, nach 15 Minuten Fußmarsch bin ich wieder im Womo. Roli nimmt den Weg zu Fuß. Er kommt 2 Stunden später verschwitzt an. Um 21 Uhr gehen wir beide nochmal los zur Klippe, um den Sonnenuntergang über dem Meer zu sehen. Es war sehr kalt.

15.06.  Frühstück draußen in der Sonne. Heute wollen wir nach Lands End, eine Bucht weiter als gestern. Da wir beide Gebrauchssuren in den Beinen haben, beschließen wir, den Bus zu nehmen. Nach ca. 25 Minuten Fahrt erreichen wir den letzten Punkt der alten Welt, der nächste Stop über das Meer ist New York. Das Visitor Center mit diversen Kneipen, Spielplätzen, Kino usw. hat etwas von Disney Land. Etwas weiter abseits des Touristenrummels entschädigt der Blick auf Klippen und die zerklüftete Steilküste aber für alles. Es ist wieder mal sehr sonnig und sehr warm. Wir beschließen den Wanderweg über den Hügel runter nach Sennen Beach zu nehmen. Es ist ein traumhafter Weg, die unterschiedlichen Ausblicke auf die Steilküsten sind kaum zu beschreiben. Ein paar Schikanen in Form von Treppen, Stufen und großen Felsblöcken sind eingebaut. Alle in Allem ist es aber einer der schönsten Wanderwege, die zumindest ich in den letzten Jahren gegangen bin. Im Pub trinken wir ein Bier zum Essen. Ich bin schon sicher, dass ich den Bus zurück nehme. Nach dem 2. Bier beschließt Roli auch lieber Bus zu fahren, statt an der Klippe entlangzulaufen. Abends gehen wir ins Restaurant am Platz, dort haben wir einen Tisch bestellt zu Roast on the cost. Der klassische englische Sonntagsbraten mit viel Gemüse und Yorkshire Pudding. Es war sehr lecker. Es war ein ganz toller Tag.

16.06.  Eine ca. dreistündige Fahrt nach Kingsbridge für nur eine Übernachtung ist geplant. Ein wenig spazieren gehen und Wäsche waschen, bevor wir unser eigentlich nächstes Ziel, die Jurassic Coast ansteuern. Also ein ganz ruhiger Tag. Soweit die Theorie. Die letzten 20 Km der Anfahrt haben fast eine Stunde gedauert, weil mehr als abenteuerlich. Die Straße war so eng, dass wir mehrfach anhalten mussten, die Spiegel einklappen, um mit wenigen Zentimetern Abstand an Autos, Bussen und Traktoren vorbeizukommen. Das Ganze mit vielen Kurven und ständigen Steigungen und Gefälle. Auf dem kleinen Platz angekommen, erzählte die Rezeptionistin, dass in ca. 15 Minuten Fußweg entfernt ein Dörfchen mit mehreren Pubs gäbe. Wir also los. Der Fußweg war zuerst sehr steil, dann führte er quer über einen Friedhof in den Ort. Es war sehr heiß. Den ersten Pub nach ca. 20 Minuten erreicht, geschlossen. Nach weiteren 5 Minuten den zweiten Pub, geschlossen. Mir wurde langsam sehr ängstlich, es war fast 16 Uhr, ich hatte seit dem Frühstück nichts gegessen, dann die Anstrengung…nicht gut bei Diabetes. Ich merkte die ersten Anzeichen einer Unterzuckerung. Roli ist über die Hauptstraße zu unserem Womo gerannt, kam ca. 7 Minuten später stark pustend mit einem Apfel und Weißbrot wieder an. Mir ging es nach dem Verzehr wieder besser, Roli hat ne Weile gebraucht, bis er wieder richtig Luft bekam. Auf dem Rückweg war der erste Pub dann geöffnet, es gab aber kein Essen. Also für mich einen Kaffee, für Roli ein Bier und für uns beide eine Tüte Chips. Sowas braucht man nicht zwingend. Morgen werde ich Traubenzucker und Gummibärchen kaufen und das immer bei mir haben.

17.06.  Die Straße von gestern wollen wir nicht noch einmal fahren, haben uns also eine andere Route rausgesucht. Das ging auch 10 Minuten gut, dann kamen die Hinweisschilder, dass die Straße gesperrt ist. Also umdrehen und doch das Sträßchen von gestern. War wieder nervenaufreibend, Roli meinte aber, in die Richtung war es nicht so schlimm. Durchatmen, als wir die Autobahn erreicht haben. Die letzten 40 Km habe ich Roli von der Autobahn runtergelotst auf den Jurassic Coast Way, in der Hoffnung, dass das für Womos o.k. ist. Es war eine fantastische Strecke, immer an der Küste entlang, mit vielen Wellen und Kurven und atemberaubende Blicke auf die Küste. In Weymouth angekommen, haben wir unseren Platz erreicht, wieder auf einer Farm, diesmal aber noch etwas einsamer mit Pferden, Eseln, Lamas, Enten, Hühnern und Gänsen. Direkt von unserem Platz einen direkten Blick auf die Steilküste. Ein kurzer Spaziergang, nette Nachbarn kennen gelernt, abends nochmal raus, einen fantastischen Sonnenuntergang betrachten und der Tag war vorbei.

18.06.  Mir geht es morgens nicht so gut, ich habe ziemliches Magengrummeln. Roli nimmt sich das Fahrrad und erkundet schon mal den Weg in den Ort. Ich sitze derweil bei unseren Nachbarn und habe einen netten Vormittag. Mittags kommt Roli wieder, wir sitzen noch ein wenig zu viert zusammen. Schlecht ist mir nicht mehr, dafür fühle ich mich insgesamt schlapp. Roli also noch mal alleine los, Fotos machen und die Gegend um den Hafen erkunden. Ich sitze in der Sonne und lese. Sollte es mir morgen nicht deutlich besser gehen, werden wir den Bus nehmen, um zum Hafen zu kommen.

19.06.  Schon beim Aufstehen ist klar, es wird ein heißer Tag. Wir brauchten dringend die Markise zum Frühstücken, um nicht gleich weg zu schmelzen. Roli hat von gestern einen heftigen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln, wir machen ja schließlich Urlaub in England. Mir geht es viel besser, ich beschließe aber trotzdem, dass wir den Bus nehmen. Das war ein weiser Entschluss. Der 15 -minütige Marsch zu Bushaltestelle hat ausgereicht, dass mir der Kreislauf so absinkt, dass ich kurzfristig fürchte, einfach umzufallen. Hinsetzen, Wasser trinken, ruhig atmen. Wir steigen in den Bus, so richtig wohl ist mir nicht. Ich wäre vermutlich einfach vom Rad gefallen. Am Hafen angekommen trinke ich erstmal 2 große Milchkaffee, der Blutdruck normalisiert sich. Die Gegend rund um den Hafen ist zauberhaft, viele kleine Häuser, aneinandergereiht wie Perlen. Wir buchen eine kleine Schifffahrt zu den weißen Klippen. Das Boot ist 93 Jahre alt, was man an einigen Stellen durchaus auch sieht. Der Kapitän gibt ordentlich Gas, das Boot schaukelt heftig durch die Wellen. Die Blicke auf den Badeort und die Steilküste sind wunderschön. Zurück im Hafen essen wir an der Kaimauer aus einer Pappschachtel fish and chips (die besten, die wie je hatten) und trinken ein Bier. Anschließend Fußmarsch, Bus und Fußmarsch und unsere Farm hat uns wieder. Es war ein ganz toller Tag. Weymouth ist definitiv eine Reise wert. Morgen geht es weiter zu unserem letzten Ziel in England.

20.06.   Mit einem kleinen Abstecher können wir auf dem Weg nach Battle den Old Harry Rock ansehen. Nach ca. 1 Stunde erreichen wir den Parkplatz, die Straßen dahin waren im letzten Teil wieder einmal abenteuerlich. Wir können einen Blick auf die beeindruckende Felsformation im Wasser erhaschen, der eigentliche Fußweg dahin ist wegen des drohenden Abrutschens der Klippe gesperrt. Es gibt eine Alternative, die weit über das Landesinnere in einem Bogen zu dem Felsen führt. Hin- und Zurück ca. 7 Km. Das ist mir zu weit. Wir gehen ein Stück, kommen aber immer weiter weg von den Felsen. Ich drehe um, Roli marschiert noch einige Zeit, kommt dann aber auch unverrichteter Dinge zurück. Wir machen uns auf, das 3.5 Stunden entfernte Battle zu erreichen. Leider kommen wir in den Freitag Feierabend und Wochenendausflug Verkehr. Mit viel Mühe erreichen wir 5 Minuten vor 6 unseren Platz, idyllisch in einem großen Park, Platz ohne Ende. Die Stadt ist ca. 5 Km entfernt, wir werden morgen mit dem Fahrrad hinfahren und die alte Abbey ansehen.

21.06.    Es ist sehr heiß, wir müssen bereits zum Frühstück die Markise ausfahren. Ich habe sehr schlecht geschlafen und genieße erstmal das Lesen unter Bäumen im Schatten der Markise. Auch Roli ist von der Fahrt noch sehr angestrengt und leistet mir vormittags Gesellschaft. Am Nachmittag marschiert er los nach Battle, ich bleibe auf dem Platz. Nach knapp 4 Stunden kommt Roli zurück, die Abbey war schön, der Eintritt von 22 Pfund pro Person aber zu hoch. Roli ist von dem Marsch in der Hitze so erledigt, dass er mich abends bittet, den Abwasch zu machen (was auf Campingplätzen eher Männersache ist).

22.06.   Heute Nacht hat es ein kräftiges Gewitter gegeben mit Donner, Sturm und Regen. Die Schwüle ist weggespült. Morgens ist es wieder sonnig, aber viel angenehmere Luft als gestern. Nach einem späten Frühstück und ein wenig Lesen marschieren wir beide gegen 13.30 los ins nächste Dorf nach Catsfield. Der Weg dorthin ist zauberhaft, Weiden mit Schafen, uralte große Bäume, 3 Meter hoher Farn, wir befinden uns im Wunderland. In dem Dorf gibt es, Überraschung, einen uralten Pub. Wir trinken Bier und haben ein leckeres Essen, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Ich bin gut 5 Km gelaufen, zurück stetig leicht bergauf, jetzt fühle ich mich ähnlich wie Roli gestern, erledigt.

23.06.   gutes, letztes englisches Frühstück, Scones mit Clotted Cream und Jam, dazu Tee mit Milch. Auf dem Weg nach Dover haben wir noch einem kleinen, uralten Schmugglerdorf, Rye, einen Besuch abgestattet. Das hat sich wirklich gelohnt. Roli Fotografenherz habe ich jetzt endgültig erobert. 600 Jahre alte Häuser, Türen, die so klein sind, dass ich gerade noch durchkomme. Mittagessen im ältesten Pub des Örtchens, Roli musste sehr demutsvoll durch die Räume schreiten. Auf dem Weg dorthin wieder sehr enge Straßen mit 4 Meter hohen Hecken, die zum Teil in der Straßenmitte zu einem Tunnel zusammenwachsen. In Dover bei allerbestem Wetter auf die Fähre, den Parkplatz vom Beginn der Reise gefunden und den auf der Fähre gekauften Whiskey probiert. Ein gelungener vorletzter Tag.

    Über uns:

    Wir sind Sabine und Roland. und seit 2019 stolze Besitzer eines Wohnmobils. Angefangen haben wir mit kleinen Touren in Deutschland und haben unseren Radius fortlaufend erweitert. Das Reisen mit dem Wohnmobil ist für uns ein wie ein Geschenk, die Möglichkeit, unterwegs zu sein, die Welt zu erkunden, ziemlich frei und ungebunden.


    Auf unserer Seite möchten wir unsere Touren dokumentieren und zum Nachahmen anbieten. Sabine plant die Routen und Ziele mit großem Aufwand vor und versucht neben den üblichen touristischen Hotspots auch die kleinen besonderen Orte zu finden, die unseren Touren den besonderen Reiz geben. 

    2019

    Als alles begann

    Wir haben WoMo


    Das isses, unser WoMo, ein Sunlight T65, gekauft in Dülmen (Foto von 2023, Schottland)

    2020

    Grand Tour de Suisse

    Ein kleines Land kann so groß sein


    Die erste große Tour ging in dieSchweiz, auf den Spuren der berühmten Tour de Suisse

    2021

    Italien, Schweiz

    Eine schöne Tour


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    2022

    Südfrankreich und Italien

    Travel Guide


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    2023

    Schottland und Hebriden

    Eine Reise in die rauhe Natur im Norden Großbritanniens


    2023

    USA Südwesten

    Mal Fremd-Womo gefahren


    2024

    Skandinavien und Baltikum

    Einmal quer durch den Norden Europas


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